19
Juni
klassiker:
derzeit sehr beliebt bei kind1 und kind2

die geschichte von der eigensinnigen ulrike

alle kinder, auch ganz kleine,
leben nicht für sich alleine,
dürfen irgendwelche gaben
nicht nur für sich selber haben.
wer viel hat, soll viel verschenken,
darf nicht eigensinnig denken.
daß man alles auf der welt
lieber für sich selbst behält.

andern kindern freude machen,
wegzugeben schöne sachen,
hübsch zu teilen, oft und gern
- so was lag ulrike fern.

konnte sie konfekt erhaschen,
tat sie´s in die schürzentaschen,

hielt die hände drauf geschwind,
gab nichts ab dem nachbarskind.
wollte alles nur für sich,
sagte immer: "ich ich ich!"

nicht mal bei geburtstagsfesten
gönnte sie den kleinen gästen
pudding und geburtstagstorte,
rief schon an der gartenpforte:
"kinder, kommt mich nur besuchen,
aber eßt nicht meinen kuchen!"

nein, ulrike muß man sagen,
war als kind kaum zu ertragen.
immer mußte sie nur raffen
und sich was beiseite schaffen.
unter teddys blauem kissen
lagen manche leckerbissen,
die ulrike, die gern schleckte,
heimlich wie ein dieb versteckte.
zuckereier, haselnüsse,
liebesperlen, negerküsse,
nugat, pfefferminz, rosinen,
katzenzungen, keks, pralinen
und auch spielzeug jeder art
hatte sie dort aufbewahrt.

neulich ging ukrikchen sehr
brav im garten, hind und her.
pötzlich sah sie wie im traum
einen großen apfelbaum.
und ulrikchen jauchzte: “fein!
alle äpfel, sie sind mein!
alle sind für mich bestimmt,
wehe, wer sich einen nimmt!”

hui! ein sturmwind, frisch und munter,
schüttelte die äpfel runter!
tausend äpfel, klopfklopfklopf,
sausten auf ulrikes kopf.

oh, da wimmerte das mädel!
schrecklich weh tat ihr der schädel.
doch da half ihr kein gequieke -
wie begraben lag ulrike.

wenn ihr nicht die vielen netten
kinder rausgeholfen hätten,
würde sie noch jetzt erschrocken
unterm apfelbaume hocken!


(hansgeorg stengel; so ein struwwelpeter)

mitschuetteln

 
Als Unterklässler
habe ich mal meinen Vater beklaut und von dem Geld sehr viel Süßkram gekauft, nur um ihn an Mitschüler zu verschenken. Aber wahrscheinlich wollte ich lediglich um Liebe buhlen.

Allerdings habe ich mich als Flickerlteppichvater — ich bin ja als schicksalgeschlagenes oder auch geplantes Einzelkind aufgewachsen — von Mehr-als-zwei-Kinder-Kindern aufklären lassen darüber und als Opa auch selber beobachten müssen, daß Raffen oder auch Hamstern heutzutage Alltag zu sein scheint. Freßneid wäre noch mal eine andere Geschichte.
 
ach ich glaube, es war früher nicht anders als heute. heute, also heutzutage, wird nur gern und viel reflektiert (nicht, daß das schlechter wäre). und deshalb gehen die vergleiche mal so, mal anders aus.
---
über diese pointe
"kinder, kommt mich nur besuchen,
aber eßt nicht meinen kuchen!"
können die kinder wirklich lachen.

daß sie die moral von der geschicht
auf sich beziehen, glaub ich nicht.
;-)
ich glaube, es faszinieren sie so
die (scheinbar) einfachen reime.
und es macht "irre" spaß, das vorzulesen.
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update: 2014.10.24, 14:50
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